Herbsterwachen

unveröffentlicht. Fuck, wird das sinnlose Drücken des Knopfs kommentiert, der die Zugtüre öffnen soll. Stattdessen rollt die menschentransportierende Maschine aus dem Bahnhof. Wagen für Wagen verabschiedet sie sich vom fluchenden Menschen, erst fast geduldig, als hätte sie ein schlechtes Gewissen. Dann immer schneller, höhnischer und zum Ende gar offen böse. Es ist der 9. November Herbsterwachen weiterlesen

Shipi, wie geits?

Erschienen auf kulturteil.ch am 29.05.2017. Theaterpavillon, Luzern, 28.05.2017: Jugendliche aus der Schweiz und aus dem Kosovo bespielen mit «Schatzi, a je mirë?» (dt.: Schatzi, wie geht es dir?) die Bühne des Theaterpavillons und sorgen für ein musikalisches Schauspielerlebnis. Vierzehn Jugendliche auf der Bühne, mal ruhig reflektierend, dann rastlos hastend und zum Schluss ausgelassen tanzend. Koffer Shipi, wie geits? weiterlesen

Heimat: Was wotsch mache?

Erschienen auf kulturteil.ch am 25.11.2016. Box des Luzerner Theaters, 24.11.2016: «Man bleibt, wo man hingehört, und wer nicht bleiben kann, gehört halt nirgends hin oder eine arglose Beisetzung» ist eine Wortlawine, die über den Zuschauer rollt. Es sind Massen aus zusammengesetzten Buchstaben, die sich ohne Vorankündigung lösen und vielstimmig bis wirr um den Begriff der Heimat: Was wotsch mache? weiterlesen

Supervisor und Sharing-Ökonomie

Eine vertiefende Seminararbeit, ETHZ Mai 2016, unveröffentlicht. „What we have is […] one master program, which I call supervisor, and this is the program, that is going to run everything.“ (Fernando J. Corbato) Anfangs der 1960er Jahre wird am Massachusetts Institute of Technology (M.I.T.) an einem „experimental time-sharing system“ gearbeitet, von dem man sich erhoffte, Supervisor und Sharing-Ökonomie weiterlesen

Mama. Bums. Unterhaltung.

Erschienen auf kulturteil.ch und zentralplus.ch, 8. März 2016. Südpol, 23.09.2016: Das Theater Aeternam, Luzerns fixer Stern am freien Theaterhimmel, schickt  «Einige Nachrichten an das All». Mit Klamauk und Tiefe bahnt sich das Stück vor ausverkauften Rängen einen Weg durch die Fragen des Menschseins und vermittelt den Zuschauern dabei im Vorbeigehen das flüchtige Gefühl des Glücks, bei der Mama. Bums. Unterhaltung. weiterlesen

feriengedanken

unveröffentlicht. denkende ich-erzähler – bernhard und sebald –, mal ausufernd zynisch, mal versöhnlich ausgewogen. gedankenschwall vs. strukturierte erinnerung. ich liege im garten, lausche, suche gedanken, die meinen kugelschreiber über das papier gleiten lassen, blicke nach vorne, zum umgekippten feigenbaum, lasse mich von kötern ablenken, die tagein tagaus bellen, was ihnen, die in zwingern eingekerkert leben, feriengedanken weiterlesen

Zu Besuch bei der alten Dame

Erschienen in die perspektive, 31. Oktober 2014; Siebenmilliarden<, April 2016 Bist du einmal hier gewesen / behalten wir Dein Wesen / Komm wieder in unsere Gemächer / und trinke aus unserem Becher / Wir sorgen für dein Wohl / nur treibe es nicht zu doll. Etwas abseits steht sie, die alte Dame, und scheint ganz stoisch auf das hektische, mitunter aggressionsgeschwängerte Zu Besuch bei der alten Dame weiterlesen

Immaterialevant

Ein Essay zum Seminar „Kopf- und Handarbeit. Eine Wissensgeschichte der Wissensgesellschaft“ „Alles so irrelevant. Gfeggt werd ja nume mi Verstand.“ (Moskito, Luftloch) Dringend ist eine Frage dann, wenn sie keinen Aufschub mehr duldet; also akut, unerlässlich und unumgänglich ist. Tatort Centre Pompidou, Paris: Wir schreiben das Jahr 1985. Jean-François Lyotard muss eine Frage auf der Zunge Immaterialevant weiterlesen