Schiller ist tot. Es lebe die Bühne!

Erschienen in 041–Das Kulturmagazin, Oktober 2018 (Bild: Ingo Höhn). Herbstzeit heisst immer auch Theaterzeit. Ein Blick auf vier Kulissen in Luzern, Arth, Stans und Brunnen zeigt, dass es auch in dieser Spielzeit einiges zu entdecken gibt. Für Friedrich Schiller waren sie die „Bretter, die die Welt bedeuten“. Heute können sie alles sein und alles bedeuten. Die Schiller ist tot. Es lebe die Bühne! weiterlesen

Heimat: Was wotsch mache?

Erschienen auf kulturteil.ch am 25.11.2016. Box des Luzerner Theaters, 24.11.2016: «Man bleibt, wo man hingehört, und wer nicht bleiben kann, gehört halt nirgends hin oder eine arglose Beisetzung» ist eine Wortlawine, die über den Zuschauer rollt. Es sind Massen aus zusammengesetzten Buchstaben, die sich ohne Vorankündigung lösen und vielstimmig bis wirr um den Begriff der Heimat: Was wotsch mache? weiterlesen

Zwischen Rachen und Anus

Erschienen auf kulturteil.ch, 8. März 2015 UG des Luzerner Theaters, 05.03.2015: «Die lächerliche Finsternis» von Wolfram Lotz ist das deutsche Gegenwartsstück der Stunde. Die Schweizer Erstaufführung im Luzerner Theater weiss zu überzeugen und erntet einen langen Applaus. Willkommen am Fluss Hindukusch, im von Urwald bedeckten Afghanistan, auf einer Reise zu dir selber. Nach der heiklen Passage Zwischen Rachen und Anus weiterlesen

Über das Böse im Menschen

Erschienen auf kulturteil.ch, 19. Januar 2015 UG des Luzerner Theaters, 17.01.2015: Der Salon der Schauergeschichten im UG geht in die zweite Runde. Marc Wortel inszeniert «Strange Case(s) of Dr. Jekyll and Mr. Hyde» mit viel Brutalität und ohne Aussicht auf Hoffnung. Der 34-jährige Regisseur Marc Wortel hat wahrlich keine einfache Aufgabe: Drei Monologe zur menschlichen Doppelnatur, Über das Böse im Menschen weiterlesen

Von Monstern und Menschen

Erschienen auf kulturteil.ch, 31. August 2014 Das Luzerner Theater lädt zur Eröffnung der neuen Spielzeit in einen «Salon der Schauergeschichten» im UG. Obwohl die von Johanna Wehner inszenierte Frankenstein-Version eher zu einer Bad-Taste-Party verkommt, erntet das Stück langanhaltenden Applaus. «Wie sieht wohl die Bühne aus?», ist jeweils die erste Frage, die mir durch den Kopf Von Monstern und Menschen weiterlesen

Nachruf auf den Autor oder die Zangengeburt des Zuschauers

Erschienen in der Luzerner Rundschau, 20.04.2013 Daniel Mezgers Schauspiel „Nachruf oder Jung sterben hat mich auch nicht besser gemacht“ wird zurzeit im UG des Luzerner Theaters uraufgeführt. Das Stück, in dem sich der Autor selber in das Reich des Todes schreibt, ist in gewisser Weise als Zangengeburt des Zuschauers zu deuten, der selber für die Geschichte Nachruf auf den Autor oder die Zangengeburt des Zuschauers weiterlesen

Wie trauern im Temporausch?

 Erschienen in 041 Das Kulturmagazin, März 2014 Die 23-jährige Katja Brunner erhielt 2013 als jüngste Preisträgerin den Mülheimer Dramatikerpreis. In ihrem neuen, eigens fürs Luzerner Theater geschriebenen Stück, stellt sie unbequeme Fragen zur Vergänglichkeit des Seins. Der schwedische Journalist Stig Dagermann schrieb kurz vor seinem Tod 1954: «Das Bedürfnis des Menschen nach Trost ist unersättlich.» Am 21. Wie trauern im Temporausch? weiterlesen

Über die Unmöglichkeit, gut zu sein

Erschienen in der Luzerner Rundschau, 21.01.2014 Bertolt Brechts „Der gute Mensch von Sezuan“ läuft zurzeit im Luzerner Theater. Die Frage, ob man als guter Mensch im kapitalistischen System überleben kann, ist aktueller denn je. Wie gut sein, wo alles etwas kostet? Wie gut sein, wo wir nicht mehr wissen können, was wir mit einer Handlung Über die Unmöglichkeit, gut zu sein weiterlesen